Wertekarten zum Ausdrucken: was Gratis-PDFs können

Mit einer ausgedruckten Werteliste kannst du deine Werte selbst sortieren, hier steht die Anleitung in sieben Schritten. Und was gedruckte Wertekarten oder der kostenlose Online-Test anders machen.
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Zwei Hände legen zwei Wertekarten nebeneinander auf den Tisch, Wertekarten zum Ausdrucken und Spielen

Mit einer ausgedruckten Werteliste kannst du sofort loslegen: anstreichen, aussortieren, bis eine Handvoll Werte übrig ist. Wo ein Gratis-PDF an seine Grenze kommt, ist das Entscheiden. Auf Papier darfst du alles wichtig finden, gedruckte Wertekarten zwingen dich dagegen, zwischen zwei Werten zu wählen, und bringen dich mit anderen am Tisch ins Gespräch. Wenn du nichts drucken willst, gibt es den kostenlosen Wertetest direkt online.

Vorab, damit du das einordnen kannst: Ich verkaufe Wertekarten. Trotzdem will ich dir hier ehrlich zeigen, wie weit du mit Papier und Stift kommst. Die Grundidee hinter unserem Valueverse-Modell funktioniert auch mit einem Blatt aus dem Drucker. Wie Wertekarten im Allgemeinen funktionieren, steht auf unserer Themenseite Wertekarten.

Was eine Werteliste zum Ausdrucken kann

Eine Liste ist ein super Einstieg. Du siehst schwarz auf weiß, wie viele Werte es überhaupt gibt, und stolperst über Wörter, an die du selbst nie gedacht hättest. Allein das bringt schon was. Gut möglich, dass du beim Durchlesen merkst: Für manches, was dich antreibt, hattest du bisher gar kein Wort.

Unsere Werteliste mit über 200 Werten kannst du kostenlos lesen und über deinen Browser ausdrucken. Bei jedem Wert steht eine kurze Bedeutung, und ein Klick führt zur ausführlichen Erklärung mit der Frage, wo der Wert kippt. Das hilft, weil Wörter wie Freiheit oder Sicherheit für jeden etwas anderes heißen.

Anleitung: So findest du deine Werte mit einer ausgedruckten Liste

Für die folgende Übung brauchst du die Liste, einen Stift, eine Schere und ungefähr eine Stunde. Ich habe den Ablauf an unser Kartenspiel angelehnt, damit du auf Papier möglichst nah an das echte Entscheiden kommst.

  1. Bauchrunde. Geh die Liste einmal zügig von oben nach unten durch. Mach einen Haken bei jedem Wert, der dich anspricht. Nicht grübeln, die erste Reaktion zählt.
  2. Auf 26 runter. Zähl deine Haken. Sind es mehr als 26, streich wieder welche. Bei weniger nimmst du noch welche dazu. Die Zahl ist aus dem Spiel geliehen. Sie zwingt dich, schon hier ehrlich zu sein.
  3. Zettel schneiden. Schreib jeden deiner 26 Werte auf einen eigenen Zettel. Das ist ein bisschen Bastelarbeit. Der Grund: Auf der Liste stehen die Werte fest nebeneinander, auf Zetteln kannst du sie bewegen.
  4. Duelle. Misch die Zettel und leg immer zwei nebeneinander. Welcher Wert zählt für dich mehr? Der bleibt, der andere kommt auf einen Ablagestapel. So kommst du von 26 auf 13.
  5. Joker ziehen. Schau durch den Ablagestapel und hol dir einen Wert zurück, ohne den es sich falsch anfühlt. Jetzt hast du 14. Dann noch eine Duellrunde bis 7, plus Joker, und es liegen 8 Werte vor dir.
  6. Kompass legen. Welcher dieser 8 Werte steht für dein Leben, taucht also bei jeder größeren Herausforderung wieder auf? Das ist dein Lebenswert. Bei den Superkräften fragst du dich, was du richtig gut kannst. Die Grundwerte sind die Basis, ohne die nichts geht.
  7. Datum drauf. Schreib das Datum auf dein Ergebnis und heb es auf. Es ist eine Momentaufnahme, in einem Jahr kann es anders aussehen.

Ein Tipp für Schritt 4: Wenn du bei einem Duell lange hängst, ist das kein Fehler. Gerade da steckt oft was drin. Frag dich, was die Entscheidung gerade so schwer macht.

Danach: die Liste nach den vier Bereichen sortieren

Auf deinem Ausdruck stehen die Werte von A bis Z. In unserem Valueverse-Modell hat aber jeder Wert seinen Platz in einem der vier Bereiche, und auf der Werteliste steht bei jedem Wert, welcher das ist: Sicherheit in Orange, Beziehung in Pink, Veränderung in Blau, Erfüllung in Grün. Oben auf der Seite kannst du auch nach diesen vier Bereichen filtern. Mehr zu den vier Bereichen und ihren Farben steht in Was sind Werte?

Wenn deine 8 Werte vor dir liegen, nimm vier Buntstifte in diesen Farben und mal hinter jeden Wert einen Punkt in seiner Farbe. Oder du teilst ein leeres Blatt in vier Spalten und schreibst jeden Wert in seinen Bereich. Dann schau drauf. Welche Farbe kommt bei dir am häufigsten vor? Und welche fehlt ganz?

Stell dir vor, von deinen acht Werten sind fünf orange, zum Beispiel Ordnung und Klarheit, und Grün taucht gar nicht auf. Ein schlechtes Ergebnis ist das nicht. Es zeigt dir, dass du deine Kraft gerade stark aus Halt und Struktur ziehst. Eine gute Frage für danach: Wo ist in meinem Leben im Moment Platz für Erfüllung, und fehlt mir da was?

Deine acht Werte mit ihren Farben, das ist im Valueverse dein V-Code, also die Karte der Werte, aus denen du gerade deine Energie holst. Wenn du es ohne Schere und Buntstifte willst, findest du deinen V-Code auch im kostenlosen Wertetest.

Wie du mit einer persönlichen Werteliste im Alltag weiterarbeitest, steht in Persönliche Werte Liste richtig nutzen.

Wo das Gratis-PDF aufhört

Auf einer Liste ist fast alles wichtig

Das ist die größte Schwäche von Papier. In unserer Studie mit 1.000 Befragten haben 67 Prozent Gesundheit als „sehr wichtig“ eingestuft, 61 Prozent Familie und 54 Prozent Gerechtigkeit. Zuverlässigkeit, Treue und Respekt fand ebenfalls mehr als die Hälfte sehr wichtig. Wer ankreuzen darf, kreuzt viel an. Klar, wer sagt schon, dass ihm Familie egal ist?

Spannend wird es erst, wenn du wählen musst. Stell dir vor, Familie und Freiheit liegen nebeneinander, beide sind dir wichtig, aber heute Abend geht nur eins. Die Anleitung oben baut deshalb die Duelle mit Zetteln nach. Ehrlich gesagt ist das Schneiden und Sortieren Arbeit. Wer nach der Bauchrunde aufhört, hat am Ende wieder eine Liste mit vielen Haken.

Eine Liste liest man, Karten nimmt man in die Hand

Über eine Liste fliegst du drüber. Dein Auge springt, und Werte weiter unten bekommen weniger Aufmerksamkeit als die oben. Eine Karte schaust du dir einzeln an, du hältst sie in der Hand und legst sie bewusst irgendwohin. Das ist langsamer, und das soll es auch sein.

Zu zweit wird es auf Papier schwierig

Allein kommst du mit Liste und Zetteln ganz gut zurecht. Sobald ihr zu zweit oder in der Gruppe spielt, wird es fummelig. Jemand muss die Zettel für alle schneiden, und am Ende redet ihr mehr über Zettel als über Werte.

Was gedruckte Spielkarten anders machen

Im Basisspiel liegen 52 Wertekarten. Der Ablauf ist der, den ich dir oben auf Papier beschrieben habe: Du sortierst aus dem Bauch auf 26, dann treten immer zwei Karten gegeneinander an. Aus 26 werden 13, mit Joker 14, dann 7, mit Joker 8. Aus den 8 legst du deinen Wertekompass. Nur musst du nichts schneiden, und die Karten halten mehr als einen Durchgang aus.

Was du mit Papier nur schwer nachbauen kannst:

  • Haptik. Du mischst selbst und schiebst die Karten hin und her. In unseren Anleitungen für Coaches gibt es dafür einen eigenen Ansatz: Die Person hält die Karten selbst und entscheidet selbst, der Coach schaut nur zu. Laut Anleitung führt das oft tiefer, als wenn der Coach lenkt.
  • Die Duelle. Zwei Karten nebeneinander auf dem Tisch, eine muss gehen. Das geht mit echten Karten in Sekunden und fühlt sich eher nach Spiel an als nach Hausaufgabe.
  • Joker. Die Anleitung lässt Spielraum. Wem Struktur und Sicherheit wichtig sind, der spielt streng nach Regel. Wem Freiheit und Offenheit wichtiger sind, der darf auch mal mehr Joker ziehen. Wichtig ist nur, dass am Ende 8 Karten vor dir liegen.
  • Eigene Werte. Fehlt dir ein Wert, der für dich entscheidend ist, kannst du deine eigene Wertekarte dazu gestalten.

Für Coaches und die Arbeit im Unternehmen geht Value Awareness noch einen Schritt weiter. Da kommt nach den Duellen ein Poker: Alle Werte, die rausgeflogen sind, kommen einzeln zurück auf den Tisch, und du entscheidest bei jedem, ob du dafür eine deiner Karten hergeben würdest. Außerdem sortierst du gleich am Anfang einen Stapel mit Werten aus, die dich abstoßen oder triggern. Mit diesen Schattenwerten arbeitest du am Ende weiter, weil sie zeigen, wo deine Grenzen liegen.

Und dann passiert am Tisch was, das eine Liste kaum hinkriegt: Leute reden. In unserer Kundenumfrage nennt jemand das Spielen „konstruktives Kopfkino“. Inzwischen sind über 70.000 Wertespiele verkauft, und jedes wird im Schnitt mit fünf Menschen gespielt. Wie so eine Runde Schritt für Schritt abläuft, steht in Wie funktionieren Wertekarten genau?

Der digitale Weg: PDF und Online-Test

Du willst sofort anfangen und nicht auf ein Paket warten? Dann hast du zwei Möglichkeiten.

Der kostenlose Online-Wertetest läuft im Browser. Du suchst dir erst die Werte raus, die dich ansprechen, dann lässt du sie paarweise gegeneinander antreten, links oder rechts. Am Ende bekommst du deinen V-Code mit Lebenswert, Grundwerten und Superkräften. Das Duell-Prinzip ist also dasselbe wie bei den Karten, nur am Bildschirm. Wissenschaftlich validiert ist er nicht, er ist zum Nachdenken über dich selbst gemacht.

Wer lieber ein PDF hat, nimmt den digitalen Wertetest. Das ist ein interaktives PDF, das du auch ausdrucken kannst. Dazu kommen Fragen zur Reflexion für die Lebensbereiche Persönliche Entwicklung, Freundschaften und Beziehungen sowie Beruf und Karriere. Er ist gedacht für alle, die nicht warten wollen, bis das Spiel bei ihnen auf dem Tisch liegt.

Ob analog oder digital besser zu dir passt, hängt viel davon ab, ob du allein oder mit anderen arbeitest. Mehr dazu in Wertearbeit analog oder digital: was wirkt besser?

Was passt zu dir?

Zum Reinschnuppern druckst du dir die Werteliste aus und machst die Bauchrunde. Kostet nichts, und du weißt danach, ob dich das Thema packt. Ohne Drucker kommst du mit dem Online-Test am schnellsten zu einem Ergebnis.

Wenn du mit echten Duellen und Jokern spielen willst, vielleicht auch zu zweit, dann sind Karten der bequemere Weg. Probier's mal aus.

Häufige Fragen

Gibt es Wertekarten als PDF kostenlos?

Unsere Werteliste mit über 200 Werten und ihren Bedeutungen kannst du kostenlos lesen und über den Browser drucken. Daraus kannst du dir mit Zetteln eigene Karten bauen, wie in der Anleitung oben. Der Online-Wertetest ist ebenfalls kostenlos. Der digitale Wertetest als ausdruckbares PDF ist ein Produkt aus unserem Shop.

Wie viele Werte sollte eine Werteliste haben?

Zum Stöbern darf sie lang sein, damit du auch auf Werte stößt, an die du nicht gedacht hättest. Zum Entscheiden brauchst du weniger. Im Basisspiel arbeitest du mit 52 Werten und landest am Ende bei 8. Das reicht, um einen Kompass zu legen, mit dem du im Alltag wirklich etwas anfangen kannst.

Kann ich Wertekarten selbst basteln?

Klar. Schreib die Werte, die dich ansprechen, auf gleich große Zettel oder Karteikarten und spiel die Duelle wie oben beschrieben. Wichtig ist, dass du die Karten bewegen kannst und dich bei jedem Paar wirklich entscheiden musst. Gedruckte Spielkarten nehmen dir vor allem die Bastelarbeit ab und halten länger.

Mehr zum Thema: Alles zu Wertekarten findest du auf unserer Themenseite.

Geschrieben von Hendrik Martens, Systemischer Business Coach und Erfinder des Valueverse.