Werte-Test für Paare: herausfinden, was euch wichtig ist

Jeder macht den kostenlosen Wertetest für sich, dann legt ihr eure Ergebnisse nebeneinander. So findet ihr eure Schnittmenge, versteht eure Unterschiede und baut aus einem Streitpunkt einen Kombiwert.
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Zwei Frauen sitzen sich gegenüber und vergleichen ihre Wertekarten, Werte-Test für Paare

Ein Werte-Test für Paare läuft am besten so: Jeder von euch macht den Test für sich allein, ohne dass der andere zuschaut. Danach legt ihr eure beiden Ergebnisse nebeneinander und schaut zuerst, welche Werte ihr gemeinsam habt, dann, wo ihr auseinanderliegt. Den kostenlosen Wertetest könnt ihr direkt online machen, jeder an seinem eigenen Handy.

In diesem Artikel geht es nur um diesen einen Weg: zwei Tests, ein Vergleich. Wenn ihr allgemein wissen wollt, wie Paare mit Werten arbeiten können, lest Wertearbeit für Paare, die wirklich weiterbringt. Hier bleiben wir beim Test und bei der Frage, was ihr danach mit zwei Ergebnissen anfangt.

Warum jeder für sich testen sollte

Das ist der wichtigste Punkt von allen. Wenn ihr zusammen vor einem Bildschirm sitzt und gemeinsam klickt, entscheidet ihr anders. Du wählst dann, was beim anderen gut ankommt, oder du vermeidest den Wert, über den ihr letzte Woche gestritten habt. Das Ergebnis sieht dann harmonisch aus und sagt euch wenig.

Also: Jeder macht den Test in Ruhe für sich. Ohne über die Schulter zu gucken und ohne „Ernsthaft, das hast du genommen?“. Erst wenn beide fertig sind, wird verglichen.

Was der kostenlose Wertetest macht

Der Online-Wertetest auf unserer Seite arbeitet in zwei Stufen. Zuerst gehst du eine Reihe von Werten durch und suchst dir die raus, die dich ansprechen. Danach treten diese Werte gegeneinander an, immer zwei nebeneinander, und du klickst: links oder rechts. Fachleute sprechen von einem erzwungenen Paarvergleich. Überall „sehr wichtig“ anzukreuzen geht hier nicht.

Aus deinen Entscheidungen entsteht eine Rangfolge, dein V-Code. Ganz oben steht dein Lebenswert, dazu deine Grundwerte als Fundament und deine Superkräfte, aus denen du Energie ziehst. Der Test ist kostenlos und läuft im Browser.

Wichtig, damit ihr keine falschen Erwartungen habt: Der Test vergleicht eure Ergebnisse nicht automatisch. Jeder bekommt seinen eigenen V-Code. Den Vergleich macht ihr selbst, am Küchentisch, und ehrlich gesagt ist das auch der spannendere Teil. Und noch was: Der Test dient der Selbstreflexion, psychologisch validiert ist er nicht. Wie viel ein Online-Test leisten kann und wo er zu kurz greift, steht in Werte Test online: sinnvoll oder zu kurz?

Die Alternative: der Test als Spiel auf dem Tisch

Manche Paare wollen lieber Karten in der Hand halten als aufs Handy gucken. Dann spielt jeder das Basisspiel für sich. Im Beziehung Set liegen dafür zwei Basisspiele drin, dazu Core Values und das Fragespiel. Ihr könnt also gleichzeitig sortieren und müsst nicht warten, bis der andere fertig ist.

Der Ablauf im Basisspiel ist derselbe Gedanke wie beim Online-Test, nur mit Karten. Du gehst die 52 Werte einmal aus dem Bauch durch und landest bei 26. Dann legst du immer zwei Karten nebeneinander und wählst den Wert, der dir mehr bedeutet. Von 26 bleiben 13, dazu holst du dir einen Joker aus dem Ablagestapel, das macht 14. In der nächsten Runde gehst du von 14 auf 7, nimmst wieder einen Joker und hast am Ende 8. Aus diesen 8 legst du deinen Wertekompass mit Lebenswert, Superkräften und Grundwerten.

Was am Tisch anders ist: Ihr seht euch beim Sortieren. Ihr merkt, wo der andere lange zögert. Darüber kann man hinterher reden, aber bitte erst hinterher.

So vergleicht ihr eure Ergebnisse: fünf Schritte

Plant dafür eine Stunde ein, in der euch keiner stört. Legt die Handys weg, sobald der Test erledigt ist.

  1. Getrennt testen. Jeder macht den Online-Test oder spielt sein Basisspiel. Schreibt euch die Werte auf oder macht einen Screenshot.
  2. Untereinander legen. Schreibt eure Werte auf zwei Zettel und legt sie untereinander, nicht gegenüber. Gegenüber fühlt sich schnell an wie Verhandlung. Untereinander seht ihr ein gemeinsames Bild.
  3. Erst die Schnittmenge. Welche Werte habt ihr beide? Und wann habt ihr den zuletzt zusammen gelebt? Erzählt euch eine konkrete Situation dazu, keine Definition.
  4. Dann die Unterschiede. Weiter geht es mit allem, was nur auf einem der beiden Zettel steht. Der andere fragt nach: Was heißt dieser Wert für dich? Wie fühlt es sich an, wenn er gerade gelebt wird? Erst verstehen, verhandelt wird später.
  5. Einen Unterschied rausgreifen. Pickt euch den Unterschied heraus, der im Alltag die meiste Reibung erzeugt, und macht daraus einen Kombiwert oder eine kleine Vereinbarung. Wie das geht, steht im nächsten Abschnitt.

Eine Frage für Schritt 4, die etwas aufmachen kann: Wann hat dich mein Wert schon mal verletzt, obwohl ich das gar nicht vorhatte? Bequem ist die nicht. Aber da liegt meistens der Streit, den ihr schon zwanzigmal geführt habt, nur unter anderem Namen.

Eure V-Codes matchen: der Blick auf die Farben

Die meisten Paare zählen beim Vergleich einfach die gleichen Karten, und je nachdem, wie viele es sind, ist die Freude groß oder die Enttäuschung. Dabei steckt im V-Code noch eine zweite Ebene. Jeder Wert hat bei uns seinen Platz in einem der vier Wertetypen, also Sicherheit, Beziehung, Veränderung oder Erfüllung, und jeder Typ hat seine Farbe. Zu welchem Typ ein Wert gehört, schlagt ihr in der Werteliste nach.

Stell dir vor, bei ihr liegen Nähe und Herzlichkeit, bei ihm Zugehörigkeit und Treue. Keine einzige Karte doppelt, auf euren Zetteln sieht die Schnittmenge also mager aus. In der Werteliste stehen aber alle vier bei Beziehung. Ihr trefft euch im selben Bereich, nur mit anderen Wörtern. Und schon habt ihr ein richtig gutes Gespräch: Was heißt Nähe für dich, und was heißt Zugehörigkeit für mich?

Andersrum gibt es das auch. Bei dir liegt viel Orange, bei deinem Partner viel Grün. Dich zieht es zur Sicherheit, ihn zur Freiheit. Und jetzt? Wenn ich zwei V-Codes nebeneinanderlege, suche ich nie nach einem „passt nicht“. Inkompatibel ist für mich kein Mensch mit einem anderen. Zwei Codes zeigen euch nur schneller, wo ihr euch trefft und wo ihr euch ergänzt. Aus Orange und Grün kann so das werden, was ich sichere Freiheit nenne, oder freie Sicherheit. Wie ihr da hinkommt, steht im nächsten Abschnitt.

Praktisch heißt das: Malt hinter jeden Wert auf euren Zetteln einen Punkt in der Farbe seines Typs und legt die Zettel wieder untereinander. Dann seht ihr beides auf einmal, die gleichen Karten und die gleichen Farben.

Der Kombiwert: wenn zwei Werte sich beißen

In meiner Arbeit mit Werten taucht ein Paar immer wieder auf, und zwar Sicherheit und Freiheit. Der eine will planen, der andere will offen lassen. Gefühlt gibt einer Gas und der andere steht auf der Bremse.

Nur: Wer Freiheit lebt, braucht manchmal auch Sicherheit. Und wer Sicherheit lebt, braucht manchmal Freiheit. Wenn ihr beide Werte in einen Begriff packt, kommt so was raus wie sichere Freiheit oder freie Sicherheit. Sagt beide Varianten laut. Ihr merkt ziemlich schnell, welche für euch stimmt. Ab da redet ihr darüber, wie viel von beidem in euer Leben passt.

Stell dir als Beispiel vor, einer von euch hat Spontanität im Kompass und der andere Zuverlässigkeit. Aus „Du sagst immer kurzfristig ab“ kann dann eine Vereinbarung werden wie: Einen Abend pro Woche planen wir fest, einer bleibt bewusst offen. Ein Satz reicht. Ihr braucht kein Regelwerk.

Gleicher Wert, andere Bedeutung

Ihr habt beide Freiheit im Ergebnis, super, Schnittmenge, Haken dran? Nicht so schnell. In unserer Kundenumfrage nennt eine Käuferin als ihre größte offene Frage, was Freiheit für sie in der Partnerschaft bedeutet.

Für den einen heißt Freiheit, am Wochenende allein in die Berge zu fahren. Für die andere heißt Freiheit, gemeinsam spontan wegzufahren, ohne Plan. Beide haben denselben Wert, und trotzdem knirscht es. Deshalb lohnt sich bei jedem gemeinsamen Wert die Frage aus Schritt 4: Wie fühlt es sich an, wenn er gerade gelebt wird? Ihr müsst euch dabei nicht einig werden. Es reicht, dass ihr den Unterschied kennt. Ein Gespräch über diesen Unterschied ist für eure Beziehung mehr wert als zwei identische Listen.

Wenn die Werte des einen den Alltag bestimmen

Eine andere Käuferin hat in der Umfrage über ihre Partnerschaft geschrieben: „Die persönlichen Werte meines Mannes überwiegen.“ Das kommt in Beziehungen öfter vor, als man denkt. Einer setzt sich durch, oft ganz leise, und der andere passt sich an.

Gerade dann hilft der getrennte Test. Jeder hat sein eigenes Ergebnis schwarz auf weiß, und keins davon ist mehr wert als das andere. Schaut euch an, welche Werte von wem gerade im Alltag gelebt werden. Fragt euch dann: Welcher Wert von dir kommt bei uns gerade zu kurz? Und was wäre ein erster kleiner Schritt, damit er wieder Platz bekommt?

Was unsere Studie über Werte von Paaren sagt und was nicht

In unserer Studie mit 1.000 Befragten zeigen sich Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Bei Frauen stehen Treue und Respekt weiter oben in der Rangliste, bei Männern Gerechtigkeit und Freiheit. Freiheit und Sicherheit landen in jeder Altersgruppe unter den zwölf wichtigsten Werten.

Das ist interessant, sagt aber nichts über euch zwei. Ein Durchschnitt aus 1.000 Menschen ist nicht dein Partner und auch nicht deine Partnerin. Deswegen bringt der Test erst etwas, wenn jeder ihn selbst macht. Dass Freiheit und Sicherheit bei so vielen oben stehen, macht die beiden aber zum klassischen Beispiel für einen Kombiwert.

Was der Test nicht kann

Ein Werte-Test ersetzt keine Paartherapie. Wenn ihr gerade in einer echten Krise steckt, holt euch professionelle Begleitung. Der Test kann euch Wörter geben für etwas, das ihr vorher nur gespürt habt. Mehr nicht, aber das ist schon eine Menge.

Und euer Ergebnis ist eine Momentaufnahme. Nach einem Umzug oder einem Jobwechsel kann euer Kompass anders aussehen. Macht den Test ruhig nach ein paar Monaten nochmal und vergleicht, was sich bei jedem von euch verschoben hat.

Wenn ihr nach dem Vergleich weiterreden wollt, findet ihr in Paargespräche mit Wertekarten führen Fragen und einen Rahmen für das nächste Gespräch. Probiert's mal aus. Ich bin echt gespannt, was bei euch in der Schnittmenge liegt.

Häufige Fragen

Können wir den Wertetest auch zusammen machen?

Könnt ihr, aber ihr verschenkt den spannendsten Teil. Wenn ihr gemeinsam klickt, beeinflusst ihr euch gegenseitig. Macht den Test lieber getrennt, jeder an seinem eigenen Gerät oder mit seinem eigenen Basisspiel, und vergleicht erst danach.

Was, wenn wir kaum gemeinsame Werte haben?

Das heißt nicht, dass ihr nicht zusammenpasst. Es zeigt euch, wo ihr mehr miteinander reden dürft. Fangt mit dem einen Unterschied an, der im Alltag am meisten reibt, und sucht dafür einen Kombiwert. Oft habt ihr auch bei unterschiedlichen Werten mehr gemeinsam, als die Liste vermuten lässt.

Wie oft sollten wir den Werte-Test als Paar wiederholen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Sinnvoll ist ein neuer Durchgang nach größeren Veränderungen, etwa nach einem Umzug oder wenn sich in der Familie etwas tut. Legt dann die alten Ergebnisse dazu, dann seht ihr, was sich bewegt hat.

Mehr zum Thema: Alles zu den Wertetest findest du auf unserer Themenseite.

Geschrieben von Hendrik Martens, Systemischer Business Coach und Erfinder des Valueverse.