Was sind Werte? Einfach erklärt, mit Beispielen
Werte sind das, was dir im Leben wirklich wichtig ist. Sie sind deine inneren Maßstäbe, an denen du deine Entscheidungen ausrichtest, meistens ohne es zu merken. Beispiele für Werte sind Freiheit, Familie, Ehrlichkeit, Gesundheit, Gerechtigkeit oder Humor.
Jeder Mensch hat Werte. Die wenigsten können sie auf Nachfrage benennen. Probier's mal aus: Welche drei Werte sind dir am wichtigsten? Wenn du jetzt kurz ins Stocken kommst, bist du in guter Gesellschaft. Hier bekommst du eine einfache Erklärung und viele Beispiele. Am Ende zeige ich dir, wie du deine eigenen Werte findest.
Ein Wert ist ein Wort für etwas, das dir wichtig ist und das dich antreibt. In unserer Studie „Die WERTvollste Studie Deutschlands“ haben wir es so beschrieben: Werte sind so etwas wie unser inneres GPS. Sie geben uns eine Richtung vor und beeinflussen unser Verhalten.
Woran merkst du, dass etwas ein Wert für dich ist? Ich nutze dafür einen ganz simplen Test. Ein Wert ist ein Wort, bei dem du im Innersten sofort ein Ja oder ein Nein spürst. Lies mal „Abenteuer“. Und jetzt lies „Ordnung“. Bei einem der beiden regt sich bei dir wahrscheinlich was, beim anderen eher nicht. Dieses innere Ja oder Nein ist der Kern der ganzen Wertearbeit.
Werte wirken immer, ob du sie kennst oder nicht. Sie stecken in deinen Entscheidungen und in deinen Streits. Wer seine Werte nicht kennt, baut sein Leben auf einem unsichtbaren Fundament. Warum das so viel ausmacht, habe ich in Warum sind Werte wichtig im Leben? ausführlich beschrieben.
Ein Ziel kannst du erreichen und abhaken, zum Beispiel einen Halbmarathon laufen. Ein Wert wird nie fertig, er gibt dir die Richtung, in die du läufst, etwa Gesundheit oder Ausdauer. Ein Bedürfnis ist etwas, das du brauchst, damit es dir gut geht, wie Sicherheit oder Anerkennung. Normen kommen von außen: Das sind die Regeln und Erwartungen einer Gesellschaft, geformt von Traditionen und Gesetzen. Deine persönlichen Werte entstehen in dir, durch das, was du erlebst und worüber du nachdenkst. Richtig interessant wird es, wenn das, was von außen erwartet wird, mit dem kollidiert, was dir innen wichtig ist. Im Valueverse zählen wir Bedürfnisse übrigens trotzdem mit zu den Werten, warum, liest du weiter unten.
Im Valueverse gehört jeder Wert zu einem von vier Wertetypen. Jeder Typ hat seine eigene Farbe, die siehst du auch in unserer Werteliste. Ich stell mir die vier gern wie einen Menschen vor: Er braucht Boden unter den Füßen, er hat ein Herz, er will wachsen, und irgendwas zieht ihn nach vorne.
Eine gute oder schlechte Farbe gibt es dabei nicht. Die meisten Menschen tragen Werte aus allen vier Typen in sich, jeder in seiner ganz eigenen Mischung. Bei der einen leuchtet Orange am stärksten, beim anderen Grün, und oft stehen zwei Farben gleichzeitig ganz oben. Diese persönliche Mischung zeigt dein V-Code. Er macht sichtbar, aus welchen Werten du deine Kraft ziehst, und das über alle Lebensbereiche hinweg, im Job genauso wie in der Familie. Wie du deinen V-Code findest, zeige ich dir weiter unten. Wenn du nicht so lange warten willst: Einen ersten Blick darauf bekommst du im kostenlosen Wertetest.
In unserer Werteliste mit über 200 Werten findest du jeden Wert mit einer kurzen Bedeutung. Damit du ein Gefühl dafür bekommst, hier eine Auswahl. Ich habe sie nach den vier Wertetypen sortiert.
Hier geht's um Ordnung, Struktur und Stabilität. Beispiele: Gesundheit, Gerechtigkeit, Respekt, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Struktur, Pünktlichkeit, Sparsamkeit, Tradition, Geduld, Disziplin, Frieden und Transparenz.
Alles, was Menschen miteinander verbindet. Beispiele: Familie, Freundschaft, Ehrlichkeit, Treue, Loyalität, Empathie, Humor, Hilfsbereitschaft, Harmonie, Geselligkeit, Fürsorglichkeit, Teamgeist und Anerkennung.
Werte, die nach vorne wollen. Beispiele: Mut, Kreativität, Entwicklung, Spontaneität, Abwechslung, Innovation, Verantwortung, Optimismus, Begeisterung, Nachhaltigkeit, Flexibilität und Wachstum.
Hier geht es um dich selbst und um Sinn. Beispiele: Freiheit, Unabhängigkeit, Abenteuer, Authentizität, Selbstverwirklichung, Dankbarkeit, Gelassenheit, Leichtigkeit, Lebensfreude, Glaube, Spiritualität, Heimat und Vertrauen.
Und so klingen ein paar Werte mit dem kurzen Satz, mit dem wir sie in der Werteliste aufschließen:
Die Liste ist bewusst breit. Auf unseren Karten stehen klassische Werte wie Ehrlichkeit oder Respekt. Da stehen aber auch Motive wie Abenteuer, Bedürfnisse wie Sicherheit oder Anerkennung und Stärken wie Kreativität oder Mut. Wir fassen das alles unter „Werte“ zusammen, weil jeder das Wort sofort versteht und weil es beim Spielen so funktioniert: Du spürst bei jedem dieser Wörter ein Ja oder ein Nein. Wie du so eine Liste sinnvoll benutzt, steht in Persönliche Werte Liste richtig nutzen.
Fünf Werte haben schon eine eigene Seite, mit Wertekarte, Platz im Valueverse-Modell und Beispielen aus dem Alltag: Ehrlichkeit, Respekt, Vertrauen, Verantwortung und Freiheit.
Warum definieren wir Werte nicht wie ein Wörterbuch? Das Wort „Freiheit“ steht in unserem Modell für alle Menschen an derselben Stelle. Was Freiheit für dich bedeutet, gehört trotzdem dir. Deine Freiheit fühlt sich vielleicht nach Weite an, meine nach Alleinsein-dürfen. Deshalb gibt es bei uns zu jedem Wert einen kurzen Anker, der das Wort aufmacht, und den Rest legst du selbst rein.
Eine Käuferin hat uns nach dem Spielen geschrieben, wie wichtig es war, mit anderen darüber zu reden, weil alle von Wertebegriffen ganz verschiedene Vorstellungen haben. Das Gespräch darüber fand sie kostbar. Ich finde, das trifft es ziemlich gut.
Deine persönlichen Werte ordnen wir in einem Wertekompass. Ganz oben steht dein Lebenswert, der eine Wert, an dem du dich immer wieder abarbeitest. Darunter liegen deine Grundwerte, ich nenne sie auch Leitplanken. Das sind die Werte, die einfach da sein müssen, damit du in deine Kraft kommst. Und dann gibt es deine Superkräfte, also die Werte, die dir Energie geben und dich nach vorne bringen. Zusammen sind das acht Werte. Wir nennen sie deinen V-Code, deine persönliche Werte-DNA. Wenn du den kennst, verstehst du plötzlich, warum dich manche Situationen stressen und andere beflügeln.
Werte haben eine Kehrseite. Sicherheit kann zur Angst erstarren, Freiheit kann in Bindungslosigkeit kippen. Den Schatten wegzudrücken bringt wenig. Besser ist, zu wissen, dass er da ist, und die Verbindung zur hellen Seite des Werts lebendig zu halten.
Spannend wird das, wenn zwei Menschen mit unterschiedlichen Werten aufeinandertreffen. Stell dir vor, dir ist Sicherheit sehr wichtig und deinem Partner Freiheit. Gefühlt marschiert einer vorne und der andere bremst. Dann hilft eine Frage: Wie viel von beidem bringen wir in unser Leben? Daraus wird dann sichere Freiheit. Oder freie Sicherheit. Geil, oder?
Für „Die WERTvollste Studie Deutschlands“ haben wir 1.000 Menschen gefragt, 500 Frauen und 500 Männer, worauf sie Wert legen. Befragt wurde am 3. und 4. August 2023, ausgewertet hat Prof. Dr. Hans-Peter Erb von der Helmut-Schmidt-Universität. Abgefragt wurden 32 Werte.
Das Ergebnis: Gesundheit ist der wichtigste Wert der Deutschen. 67 % der Befragten finden Gesundheit „sehr wichtig“. Auf Platz zwei landet Familie mit 61 %, auf Platz drei Gerechtigkeit mit 54 %. Auch Zuverlässigkeit, Treue und Respekt nennt mehr als die Hälfte sehr wichtig. Ganz hinten auf der Liste stehen Werte wie Abwechslung, Innovation, Tradition, Abenteuer, Einfluss, Andersartigkeit und Spiritualität.
Frauen bewerten Gesundheit, Respekt und Zuverlässigkeit höher als Männer. Männer legen mehr Wert auf Freiheit und Selbstverwirklichung. Alle Ergebnisse, auch nach Alter und Region, findest du auf unserer Seite zur Studie Die Werte der Deutschen.
Was mich daran am meisten freut: Egal ob alt oder jung, im Kern wollen die meisten ziemlich ähnliche Dinge. Und trotzdem lebt jeder diese Werte auf seine eigene Art.
Deine Werte findest du nicht, indem du lange über eine Liste grübelst. Dann wählst du nämlich die Wörter, die gut klingen. Was hilft, ist schnell und aus dem Bauch heraus zu entscheiden. So funktioniert auch Das WERTvollste Spiel der Welt: Dein Verstand ist mit einer simplen Aufgabe beschäftigt, links oder rechts, und in dem Moment schlägt die Intuition zu.
So kannst du es mit einer Werteliste oder mit den Karten ausprobieren:
Ganz wichtig: Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme. Spiel es in einem Jahr ruhig noch mal. Eine Käuferin schrieb nach ihrer Runde: „Ich habe mich gesehen. Es war interessant, dass meine Werte so klar waren.“
Wenn du lieber digital startest, mach unseren Wertetest. Und wenn du deine Werte schon grob kennst und sie sortieren willst, hilft dir Welche Werte sind mir wichtig? Finde es raus weiter.
Wichtig sind dir wahrscheinlich viel mehr Werte, als du denkst. Unsere Werteliste hat über 200 Werte. Im Wertespiel reduzierst du die Karten Schritt für Schritt auf acht, die deinen Wertekompass bilden. Diese acht sind die, die dich im Moment am stärksten tragen und antreiben.
Ja. Werte sind nicht statisch, sie entwickeln sich mit dir weiter. In unserer Studie sieht man das auch an den Altersgruppen: Bei den 60- bis 79-Jährigen rückt zum Beispiel Zuverlässigkeit auf Platz zwei vor. Deshalb ist jedes Ergebnis im Wertespiel eine Momentaufnahme.
Nein. Es geht darum, was für dich zählt. Kein Wert ist besser als ein anderer, jeder hat seine helle Seite und seinen Schatten. Ein Wert, der dich an anderen nervt, kann trotzdem ein ganz normaler Wert sein, der einfach weit weg von deinen eigenen liegt.
Mehr zum Thema: Alles zu Werte und ihre Bedeutung findest du auf unserer Themenseite.
Geschrieben von Hendrik Martens, Systemischer Business Coach und Erfinder des Valueverse.