Gesundheit als Wert heißt, dass du deinen Körper und deine Psyche als Grundlage für alles andere behandelst und gut auf beide achtest. Dabei zählen weniger Fitnesswerte. Wichtiger ist, ob du dich in deiner Haut wohlfühlst und genug Kraft für deinen Alltag hast. Unter den 32 Werten unserer Wertestudie mit 1.000 Befragten ist Gesundheit die Nummer 1.

Wertetyp Sicherheit · OrangePlatz 1 der Wertestudie
Gesundheit, Illustration von Cynthia aus der Limited Edition
So hat Cynthia Gesundheit für unsere Limited Edition gezeichnet.
So schauen wir im Valueverse auf Werte

Im Valueverse geben wir nicht vor, was ein Wert bedeutet. Jeder Mensch füllt Gesundheit auf seine eigene Weise und gewichtet sie anders. Weil Orientierung trotzdem hilft, steht hier unsere Deutung: eine bewusst allgemeine Bedeutung von Gesundheit im Valueverse-Modell. Darum lohnt sich das Gespräch: Was heißt Gesundheit für dich, und was für dein Gegenüber?

In einer Gemeinschaft, also in der Familie, im Team oder in der Firma, braucht ein gemeinsamer Wert einen Satz, der für alle gilt. Zum Beispiel: „Gesundheit heißt bei uns: Wer krank ist, bleibt zu Hause, und niemand muss sich dafür entschuldigen.“ Für dich allein darf Gesundheit trotzdem etwas anderes bedeuten.

Wertekarte Gesundheit
Die Wertekarte Gesundheit

Was bedeutet Gesundheit?

Gesundheit kennt jeder als Wunsch, zum Geburtstag und beim Niesen. Als Wert ist sie eine Haltung, nach der du entscheidest. Wer Gesundheit als Wert lebt, fragt bei vielen Dingen mit, was sie mit dem eigenen Körper und dem eigenen Kopf machen. Das gilt für die Nachtschicht genauso wie für das Wochenende, an dem du eigentlich mal ausschlafen wolltest.

Die Weltgesundheitsorganisation hat Gesundheit schon bei ihrer Gründung weiter gefasst als „nicht krank sein“ und das seelische und soziale Wohlbefinden mit hineingenommen. Das passt zu den Suchanfragen bei Google, in denen mentale Gesundheit fast so oft auftaucht wie körperliche. Zwei Begriffe liegen nah dran und werden gern mit Gesundheit vermischt:

Gesundheit

Im Kern

Körper und Psyche als Grundlage pflegen

Die Frage dahinter

Habe ich genug Kraft für mein Leben?

Fitness

Im Kern

körperliche Leistungs­fähigkeit

Die Frage dahinter

Wie viel schaffe ich?

Achtsamkeit

Im Kern

merken, was gerade in dir und um dich passiert

Die Frage dahinter

Spüre ich, wann es zu viel wird?

Der Unterschied zur Fitness ist mir wichtig. Wer jeden Morgen läuft und trotzdem seit Monaten zu wenig schläft, ist fit. Gesundheit als Wert lebt er aber nur zur Hälfte.

Gesundheit im Valueverse-Modell, von oben und von der Seite
Jeder Punkt ist ein Wert aus dem Valueverse-Modell, jede Farbe ein Wertetyp. Von oben sitzt Gesundheit nah an der Mitte, im orangen Bereich der Sicherheit, mit leichter Neigung zur Beziehung. Von der Seite sitzt sie etwa auf halber Höhe, auf der Seite der Sicherheit. Gestrichelt verbunden ist Unabhängigkeit, ein Wert, der im Modell weit von Gesundheit entfernt liegt.
Wertetyp: Sicherheit, Farbe Orange

Gesundheit im Valueverse-Modell

Das Fundament. Werte, die für Ordnung und Halt sorgen und auf die man sich verlassen kann.

Bei uns bekommt jeder der über 200 Werte eine Farbe, und die vier Farben stehen für unsere vier Wertetypen. Gesundheit ist orange und gehört zur Sicherheit. Im Modell liegt sie nah an der Mitte, mit einer leichten Neigung zur Beziehung, und ihr direkter Nachbar ist Gerechtigkeit. Das finde ich passend: Gesundheit ist ein Fundament, auf dem viele andere Werte stehen. Wo sie zwischen den übrigen Sicherheitswerten steht, siehst du auf der Seite Werte der Sicherheit.

Im V-Code zeigt Gesundheit, woraus du Kraft schöpfst. Wer sie weit oben hat, holt Energie aus einem Körper, der mitspielt, und aus Nächten mit genug Schlaf. Spannend wird es, wenn Gesundheit im V-Code neben Leistung oder Erfolg steht. Dann wollen zwei Werte dieselben Stunden haben, und irgendwer muss entscheiden, wer sie bekommt.

Im Kontrast: Unabhängigkeit

Wertekarte Gesundheit

Gesundheit

vs.
Wertekarte Unabhängigkeit

Unabhängigkeit

Weit weg von Gesundheit liegt im Modell Unabhängigkeit, im grünen Bereich der Erfüllung. Wer Unabhängigkeit lebt, will niemanden brauchen und regelt die Dinge am liebsten allein. Stell dir eine Selbstständige vor, die seit Wochen mit Rückenschmerzen arbeitet. Zum Arzt geht sie nicht, weil sie dann Termine verschieben und jemanden um Hilfe bitten müsste. Ihr Partner macht sich Sorgen, sie hört darin vor allem Bevormundung.

Hier hilft es, die Werte miteinander zu verhandeln, statt sie gegeneinander auszuspielen. Unabhängigkeit hält länger, wenn der Körper mitmacht, und zur Gesundheit gehört manchmal der Schritt, sich helfen zu lassen. Daraus kann eine gesunde Unabhängigkeit werden: Du bleibst selbstbestimmt, auch in der Frage, wann du Unterstützung annimmst. Wie sich solche Gewichte im Alltag verschieben, beschreibt der Artikel Werte im Alltag leben.

Woran du Gesundheit im Alltag erkennst

Welche Werte dir Kraft geben, lässt sich mit Karten auf dem Tisch gut sortieren.

In der Familie

In Familien zeigt sich Gesundheit oft an den Gewohnheiten, die alle teilen. Wird abends zusammen gegessen oder jeder für sich vor einem Bildschirm? Gibt es am Wochenende Zeit draußen, oder ist der Kalender voll? Eltern, denen Gesundheit wichtig ist, reden mit ihren Kindern zum Beispiel eher über Schlaf und Bildschirmzeit als über die nächste Mathearbeit. Und wenn jemand krank wird, merkst du schnell, ob die Familie zusammenrückt.

In Partnerschaft und Freundschaft

In der Partnerschaft wird Gesundheit dann zum Thema, wenn zwei verschieden darauf schauen. Einer kocht frisch und geht früh ins Bett, der andere findet das spießig. Daraus wird schnell ein Machtkampf um Gemüse. Mehr bringt das Gespräch darüber, was jedem von euch Kraft gibt. Unter Freunden zeigt sich der Wert, wenn jemand fragt, wie es dir wirklich geht, und die Antwort aushält. Oder wenn ihr euch zum Spazierengehen verabredet, statt zum dritten Mal in die Kneipe zu gehen.

Im Job

Im Job ist Gesundheit oft der erste Wert, der leise geopfert wird. Noch eine Mail am Abend, noch ein Projekt obendrauf, und der Körper meldet sich erst, wenn er nicht mehr anders kann. Wer Gesundheit als Wert hat, bleibt mit Fieber zu Hause und nimmt die Mittagspause wirklich als Pause. Für Führungskräfte heißt das auch, vorzuleben, dass niemand um 23 Uhr auf eine Mail antworten muss.

Ein paar Beispiele für gelebte Gesundheit:

  • Du sagst ein Treffen ab, weil du merkst, dass du heute Ruhe brauchst.
  • Du gehst zur Vorsorge, auch wenn dir gerade nichts weh tut.
  • Du redest mit jemandem, wenn dir etwas länger auf der Seele liegt.
  • Du planst Bewegung in deine Woche ein wie jeden anderen Termin.
Die Kehrseite

Wenn Gesundheit kippt

Jeder Wert hat bei uns eine Schattenseite, und bei Gesundheit ist sie schwer zu erkennen, weil sie so vernünftig aussieht. Der Schatten heißt Optimierungszwang. Aus Achtgeben wird Kontrolle. Die Uhr am Handgelenk zählt Schritte und Schlafphasen, das Essen wird abgewogen, und ein Tag ohne Training fühlt sich wie ein Versäumnis an. Gut tut das irgendwann nicht mehr, auch wenn jede einzelne Zahl stimmt.

Die zweite Falle ist Gesundheit als Urteil über andere. Wer selbst sehr auf sich achtet, schaut schnell schief auf den Kollegen mit Übergewicht oder die Freundin, die raucht. Dann misst du andere an deinem Maßstab, und aus Sorge wird Bewertung. Dazu kommt eine stille Angst: Wer Gesundheit über alles stellt, erlebt jede Krankheit wie ein persönliches Scheitern.

Eine Frage, die ich mir dann stelle: Tut mir das gerade gut, oder will ich nur alles richtig machen?

Wertestudie, 1.000 Befragte

Was die Studie sagt

#1
von 32 Werten
1,49
Mittelwert (1 = sehr wichtig)
67 %
„sehr wichtig“

Wie wichtig ist dir Gesundheit, auf einer Skala von 1 (sehr wichtig) bis 5 (spielt keine Rolle)? Das haben wir in unserer Wertestudie 1.000 Menschen in Deutschland gefragt, zusammen mit 31 anderen Werten. Gesundheit liegt mit einem Mittelwert von 1,49 ganz vorn. 67 Prozent der Befragten haben sie als sehr wichtig eingestuft, mehr als bei jedem anderen Wert.

Frauen und Männer setzen Gesundheit beide auf Platz 1, laut Auswertung bewerten Frauen sie noch etwas höher. In allen Altersgruppen von 20 bis 79 Jahren steht sie ganz oben. Nur bei den unter 20-Jährigen landet Gesundheit auf Platz 4, hinter Loyalität, Treue und Familie. Im Westen ist sie die Nummer 1, im Osten die Nummer 2 nach Familie.

Ist Gesundheit einer deiner Werte?

Beantworte die Fragen aus dem Bauch heraus:

  • Merkst du schnell, wenn du zu wenig geschlafen hast, und nimmst das ernst?
  • Ärgert es dich, wenn dein Kalender keinen Platz für Bewegung oder Pausen lässt?
  • Fragst du bei einem neuen Job auch, was er mit deinem Schlaf und deinem Kopf macht?
  • Fällt dir auf, wenn es Menschen um dich herum nicht gut geht?

Hast du mehr als einmal genickt? Am Ende vom kostenlosen Wertetest kennst du deinen V-Code, unterwegs wählst du jedes Mal zwischen zwei Werten. Mit Karten in der Hand geht das mit Das WERTvollste Spiel der Welt: Nach mehreren Duellen bleiben acht Werte liegen, und du siehst, ob Gesundheit dabei ist oder gegen etwas anderes verliert.

Häufige Fragen

Was bedeutet Gesundheit für mich?

Das kann nur jeder für sich beantworten. Hilfreich ist die Frage, wann du dich zuletzt richtig wach und kräftig gefühlt hast und was damals anders war. Für viele gehören Schlaf, Bewegung, Essen und Ruhe im Kopf dazu.

Warum ist Gesundheit wichtig?

Weil fast alles andere davon abhängt. Wer krank oder dauerhaft erschöpft ist, hat wenig Kraft für Familie und Arbeit. In unserer Wertestudie ist Gesundheit der wichtigste Wert der Deutschen.

Was ist mentale Gesundheit?

Mentale Gesundheit meint, wie es dir seelisch geht, zum Beispiel ob du mit Belastungen klarkommst und dich an Dingen freuen kannst. Sie gehört zur Gesundheit genauso wie der Körper. Wenn es dir über längere Zeit schlecht geht, ist ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe der richtige Weg.

Ist Gesundheit ein Wert?

Ja. Gesundheit ist ein persönlicher Wert, wenn du dein Handeln danach ausrichtest. In der Wertestudie belegt sie Platz 1 von 32. Im Valueverse-Modell ist Gesundheit ein oranger Wert, Wertetyp Sicherheit.