Kreativität, Illustration von Cynthia aus der Limited Edition
So hat Cynthia Kreativität für unsere Limited Edition gezeichnet.

So schauen wir im Valueverse auf Werte

Im Valueverse geben wir nicht vor, was ein Wert bedeutet. Jeder Mensch füllt Kreativität auf seine eigene Weise und gewichtet sie anders. Weil Orientierung trotzdem hilft, steht hier unsere Deutung: eine bewusst allgemeine Bedeutung von Kreativität im Valueverse-Modell. Darum lohnt sich das Gespräch: Was heißt Kreativität für dich, und was für dein Gegenüber?

In einer Gemeinschaft, also in der Familie, im Team oder in der Firma, braucht ein gemeinsamer Wert einen Satz, der für alle gilt. Zum Beispiel: „Kreativität heißt bei uns: Jede Idee darf auf den Tisch, und wer eine hat, macht den ersten Schritt zur Umsetzung.“ Für dich allein darf Kreativität trotzdem etwas anderes bedeuten.

Wertekarte Kreativität
Die Wertekarte Kreativität

Kreativität bedeutet, dass du etwas Neues hervorbringst, das es vorher so nicht gab: eine Idee, ein Bild, einen Text, eine Lösung. Als persönlicher Wert heißt das: Du brauchst Raum, um selbst zu gestalten, und Routine ohne eigenen Anteil macht dich auf Dauer unglücklich. Mit Talent hat das weniger zu tun als mit der Art, wie du an Dinge herangehst.

Was bedeutet Kreativität?

Das Wort stammt vom lateinischen creare, erschaffen. In der Psychologie gilt etwas als kreativ, wenn es neu ist und gleichzeitig zu etwas taugt. Ein Bild, das nur anders ist, reicht dafür nicht. Eine ungewöhnliche Lösung für ein echtes Problem schon. Deshalb steckt Kreativität im Alltag viel öfter drin, als man denkt: in einem improvisierten Abendessen, in einer Ausrede für das Kind, die alle zum Lachen bringt, in einem Umweg, der schneller ist.

Viele Menschen sagen von sich, sie seien nicht kreativ, weil sie nicht malen oder Musik machen. Als Wert meint Kreativität aber vor allem ein Bedürfnis: selbst etwas zu gestalten, statt nur auszuführen. Wer diesen Wert hat, nimmt selten den ersten Weg und fragt gern: Geht das auch anders?

Zwei Begriffe werden oft mit Kreativität verwechselt. Fantasie ist der Rohstoff, Innovation ist das, was daraus in der Welt ankommt. In unserer Werteliste steht Innovation als eigener Wert:

Begriff Worum es geht Die Frage dahinter
Krea­tivität Neues erschaffen, das brauchbar ist Was kann ich daraus machen?
Fantasie sich Dinge vorstellen, die es nicht gibt Was wäre, wenn?
Inno­vation Neues einführen und durchsetzen Wie bringen wir das in die Welt?

Wer gern träumt, aber selten etwas fertig macht, hat vielleicht mehr Fantasie als Kreativität. Beides ist in Ordnung, es fühlt sich nur anders an.

Kreativität im Valueverse-Modell

Wertetyp: Veränderung, Farbe Blau. Das Wachstum: alles, was dich vorwärtsbringt und wachsen lässt.

Kreativität ist einer von über 200 Werten im Valueverse, und wie jeder davon gehört sie zu einem von vier Wertetypen. Kreativität steht bei Blau, bei der Veränderung. Im Modell liegt sie ganz außen und schon ein Stück in Richtung Grün, also zur Erfüllung hin. Für mich passt das gut: Kreativität verändert etwas, und gleichzeitig erfüllt sie den Menschen, der da gerade etwas erschafft. Den Eintrag zu Kreativität und ihre blauen Nachbarn findest du unter Werte der Veränderung.

In deinem V-Code färbt Kreativität alles, was in deiner Nähe liegt. Zusammen mit Freiheit wird daraus jemand, der eigene Wege geht. Zusammen mit Hilfsbereitschaft jemand, der für andere tüftelt. Erst die Mischung zeigt, ob deine Kreativität eher nach innen oder nach außen wirkt.

Kreativität im Valueverse-Modell, von oben und von der Seite
Jeder Punkt ist ein Wert aus dem Valueverse-Modell, jede Farbe ein Wertetyp. Von oben liegt Kreativität im blauen Bereich der Veränderung, ganz außen und in Richtung Erfüllung. Von der Seite sitzt sie ganz oben, am Rand auf der Seite der Veränderung. Gestrichelt verbunden ist Zuverlässigkeit, ein Wert, der im Modell weit von Kreativität entfernt liegt.

Im Kontrast: Zuverlässigkeit

Einer der Werte, die im Modell weit von Kreativität entfernt liegen, ist Zuverlässigkeit, draußen im Orange. In fast jedem Team gibt es diese Spannung. Stell dir eine Agentur vor, in der der Kreative am Abend vor der Präsentation noch eine völlig neue Idee hat. Die Projektleiterin, für die Zuverlässigkeit ganz oben steht, hat dem Kunden aber den alten Stand fest zugesagt. Er fühlt sich ausgebremst, sie fühlt sich im Stich gelassen.

Beide Werte sind wichtig, und keiner muss verlieren. Wenn die zwei ihre Werte verhandeln, statt sie gegeneinander auszuspielen, entsteht verlässliche Kreativität: Ideen, die rechtzeitig fertig werden. Oder kreative Zuverlässigkeit, die auch mal einen Plan B zulässt. Zuverlässigkeit steht in unserer Studie übrigens auf Platz 4, Kreativität auf Platz 24. Gerade in Teams lohnt es sich, darüber zu sprechen. Wie das geht, steht im Artikel Teamalignment durch Wertegespräche.

Woran du Kreativität im Alltag erkennst

In der Familie

In Familien zeigt sich Kreativität beim Basteln, beim Verkleiden, beim Geschichtenerfinden vor dem Einschlafen. Aber auch bei Erwachsenen, die aus drei Resten im Kühlschrank ein Essen zaubern oder für den Kindergeburtstag ein eigenes Spiel ausdenken. Kinder brauchen dafür vor allem Zeit ohne Programm. Langeweile ist oft der Moment, kurz bevor etwas Kreatives passiert.

In Partnerschaft und Freundschaft

In einer Beziehung kann Kreativität die Kraft sein, die Routine aufbricht: ein ungeplanter Ausflug, ein selbst gemachtes Geschenk, ein neuer Blick auf einen alten Streit. Menschen mit diesem Wert langweilen sich schnell, wenn jeder Samstag gleich aussieht. In Freundschaften sind sie oft die, die Ideen für gemeinsame Pläne liefern.

Im Job

Im Beruf brauchen kreative Menschen Gestaltungsspielraum. Ein Job, in dem jeder Handgriff vorgegeben ist, frisst ihre Energie. Gib ihnen ein Problem statt einer Anleitung, und sie blühen auf. Das gilt nicht nur für Werbung oder Design. Auch in der Pflege, in der Buchhaltung oder im Handwerk gibt es Menschen, die ständig Abläufe verbessern, weil ihnen das Freude macht. Wie du Werte im Beruf sichtbar machst, steht im Artikel über persönliche Werte in der Bewerbung.

Gruppe sortiert Wertekarten auf einem großen Tisch und sucht gemeinsam nach Ideen
Gemeinsam sortieren, neu legen, weiterdenken: Auch so sieht Kreativität aus.

Ein paar Beispiele für gelebte Kreativität:

  • Du kochst lieber ohne Rezept als mit.
  • Du findest für ein Problem im Job eine Lösung, auf die vorher keiner kam.
  • Du baust, schreibst, malst oder nähst in deiner Freizeit etwas Eigenes.
  • Du erfindest mit Kindern eine Geschichte, die jeden Abend weitergeht.

Wenn Kreativität kippt

Bei uns hat jeder Wert einen Schatten, der direkt mit ihm verbunden ist. Bei Kreativität heißt er Selbstzweck. Die Idee wird wichtiger als das, wofür sie gedacht war. Hauptsache originell, auch wenn es keiner braucht. Dann entstehen schöne Konzepte, die an der Wirklichkeit scheitern, weil sie nie mit ihr in Berührung gekommen sind.

Ein zweiter Schatten ist das Nicht-fertig-Werden. Wer immer schon die nächste Idee im Kopf hat, lässt die alte gern halb liegen. Für die Menschen um ihn herum ist das anstrengend, und für ihn selbst oft auch. Am Ende stehen zehn angefangene Projekte da, und keines davon macht wirklich zufrieden.

Mir hilft ein Satz: Eine Idee ist erst dann kreativ, wenn sie irgendwo angekommen ist.

Was die Studie sagt

In unserer Wertestudie haben 1.000 Menschen in Deutschland bewertet, wie wichtig ihnen 32 Werte sind. 1 bedeutete sehr wichtig, 5 spielt keine Rolle. Kreativität erreicht einen Mittelwert von 2,38 und kommt auf Platz 24, im unteren Drittel.

Bei Männern liegt sie auf Platz 23, bei Frauen auf Platz 24, ein Geschlechterthema ist Kreativität also nicht. Auch in den einzelnen Altersgruppen schafft sie es nicht unter die ersten zwölf. Wenn du Kreativität weit oben hast, bist du damit in vielen Gruppen eher in der Minderheit und musst deine Ideen öfter erklären als andere.

Ist Kreativität einer deiner Werte?

Lies die Fragen und schreib dir dein erstes Ja oder Nein auf:

  • Wirst du unruhig, wenn du etwas genau nach Vorschrift machen musst?
  • Hast du öfter Ideen, als du umsetzen kannst?
  • Macht es dich zufrieden, wenn du etwas mit eigenen Händen oder eigenen Gedanken gebaut hast?
  • Fragst du bei Lösungen anderer gern, ob es nicht auch anders ginge?

Bei zwei oder mehr Fragen ein Ja? Dann teste dich im kostenlosen Wertetest. Dort stehen sich immer zwei Werte gegenüber, und am Schluss hast du deinen V-Code. Am Tisch geht das mit Das WERTvollste Spiel der Welt. In Duellen sortierst du, bis acht Werte übrig sind, und siehst, ob Kreativität bei dir dazugehört.

Häufige Fragen

Was ist Kreativität einfach erklärt?

Kreativität ist die Fähigkeit, etwas Neues zu erschaffen, das auch zu etwas taugt. Das kann ein Kunstwerk sein, aber genauso ein neuer Weg durch ein Alltagsproblem oder eine Idee im Job.

Ist Kreativität ein Wert oder eine Fähigkeit?

Beides. Als Fähigkeit beschreibt Kreativität, was du kannst. Als Wert beschreibt sie, was dir wichtig ist: selbst gestalten zu dürfen. Viele Menschen haben Kreativität als Wert, ohne sich selbst für besonders kreativ zu halten.

Was ist der Unterschied zwischen Kreativität und Innovation?

Kreativität bringt eine neue Idee hervor. Innovation sorgt dafür, dass diese Idee umgesetzt wird und sich durchsetzt, etwa als Produkt oder als neuer Ablauf. Die eine braucht die andere.

Was sind Beispiele für Kreativität im Alltag?

Ohne Rezept kochen, ein Geschenk selbst machen, mit Kindern eine Geschichte erfinden oder im Job einen Ablauf vereinfachen, über den alle schon lange schimpfen. Kreativität steckt überall, wo du etwas auf deine eigene Art löst.

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