Familie als Wert heißt, dass dir die Menschen am wichtigsten sind, die fest zu dir gehören, egal ob durch Verwandtschaft oder durch deine Wahl. Du richtest einen Teil deiner Entscheidungen danach aus, was ihnen guttut und was euch zusammenhält. Bei unserer Wertestudie mit 1.000 Befragten landet Familie auf Platz 2 von 32 Werten, direkt hinter Gesundheit.

Wertetyp Beziehung · PinkPlatz 2 der Wertestudie
Familie, Illustration von Cynthia aus der Limited Edition
So hat Cynthia Familie für unsere Limited Edition gezeichnet.
So schauen wir im Valueverse auf Werte

Im Valueverse geben wir nicht vor, was ein Wert bedeutet. Jeder Mensch füllt Familie auf seine eigene Weise und gewichtet sie anders. Weil Orientierung trotzdem hilft, steht hier unsere Deutung: eine bewusst allgemeine Bedeutung von Familie im Valueverse-Modell. Darum lohnt sich das Gespräch: Was heißt Familie für dich, und was für dein Gegenüber?

In einer Gemeinschaft, also in der Familie, im Team oder in der Firma, braucht ein gemeinsamer Wert einen Satz, der für alle gilt. Zum Beispiel: „Familie heißt bei uns: Sonntags essen wir zusammen, und wer nicht kommen kann, sagt rechtzeitig Bescheid.“ Für dich allein darf Familie trotzdem etwas anderes bedeuten.

Wertekarte Familie
Die Wertekarte Familie

Was bedeutet Familie?

Das Wort Familie kommt vom lateinischen „familia“. Bei den Römern war damit die ganze Hausgemeinschaft gemeint, also auch Menschen, die gar nicht verwandt waren. Heute ist der Begriff wieder ähnlich offen. Viele denken bei Familie an Patchwork oder an Freunde, mit denen sie seit Jahren Weihnachten feiern. Dazu gehört, wer im Ernstfall da ist, und das steht in keinem Stammbuch.

Als Wert ist Familie mehr als der Familienstand im Formular. Es geht um die Frage, wem du dich verpflichtet fühlst und wo du hingehörst. Wer diesen Wert hoch hat, plant Jobwechsel und Umzüge oft mit Blick auf die Familie. Zwei verwandte Werte helfen beim Abgrenzen:

Familie

Im Kern

Menschen, die dauerhaft zu dir gehören

Die Frage dahinter

Für wen bin ich da, egal was kommt?

Zuge­hörigkeit

Im Kern

Teil einer Gruppe sein

Die Frage dahinter

Wo fühle ich mich dazugehörig?

Fürsorg­lichkeit

Im Kern

sich um andere kümmern

Die Frage dahinter

Wem helfe ich, ohne dass er fragt?

Eine häufige Suchanfrage lautet: Warum ist Familie so anstrengend? Meine ehrliche Antwort: weil man sie sich nicht aussucht, jedenfalls nicht die, in die man hineingeboren wird. Und weil die Rollen von früher oft noch mitlaufen, auch wenn alle längst erwachsen sind.

Familie im Valueverse-Modell, von oben und von der Seite
Jeder Punkt ist ein Wert aus dem Valueverse-Modell, jede Farbe ein Wertetyp. Von oben liegt Familie im pinken Bereich der Beziehung, zur Sicherheit hin geneigt und etwa auf halbem Weg zwischen Mitte und Rand. Von der Seite liegt sie im oberen Bereich, auf der Sicherheitsseite. Gestrichelt verbunden ist Selbstverwirklichung, ein Wert, der im Modell weit von Familie entfernt liegt.
Wertetyp: Beziehung, Farbe Pink

Familie im Valueverse-Modell

Das Herz. Werte, die zwischen Menschen entstehen und ohne ein Gegenüber nicht funktionieren.

Familie ist im Valueverse pink. Pink steht für Beziehung, einen unserer vier Wertetypen, auf die sich die über 200 Werte verteilen. Im Modell liegt Familie etwa auf halbem Weg nach außen, deutlich zur Sicherheit hin geneigt. Ihre engsten Nachbarn sind Loyalität und Treue. Für mich ergibt das ein klares Bild: Familie ist Beziehung, die Halt geben soll. Wie sie zwischen den anderen Beziehungswerten steht, liest du unter Werte der Beziehung.

Im V-Code sagt Familie, woraus du Energie holst. Wer sie weit oben hat, tankt auf am vollen Küchentisch oder beim Anruf mit der Schwester am Sonntag. Fehlt dieser Wert im Alltag, etwa nach einem Umzug in eine fremde Stadt, merken diese Menschen das oft schneller als andere.

Im Kontrast: Selbstverwirklichung

Wertekarte Familie

Familie

vs.
Wertekarte Selbstverwirklichung

Selbstverwirklichung

Weit weg von Familie liegt im Modell Selbstverwirklichung, im grünen Bereich der Erfüllung. Wer Selbstverwirklichung lebt, will sein Leben nach eigenen Vorstellungen bauen. Stell dir eine Frau Anfang dreißig vor, die ein Jobangebot in einer anderen Stadt bekommt, die Stelle, auf die sie seit Jahren hinarbeitet. Ihre Eltern werden älter, ihre Schwester hat gerade ein Baby bekommen, und alle haben fest damit gerechnet, dass sie in der Nähe bleibt.

Hier hilft es, die Werte miteinander zu verhandeln, statt sie gegeneinander auszuspielen. Eine Familie, die Selbstverwirklichung zulässt, wird für alle leichter, weil niemand bleiben muss, um dazuzugehören. Und wer sich selbst verwirklicht, hat mehr davon, wenn es Menschen gibt, die sich mitfreuen und die man anrufen kann, wenn es schiefgeht. So kann eine Familie entstehen, in der jeder wachsen darf und trotzdem dazugehört.

Woran du Familie im Alltag erkennst

Elternabend mit Wertekarten: Jede Familie bringt ihre eigenen Werte mit.

Zu Hause

Daheim zeigt sich der Wert an Ritualen. Zum Abendessen kommen alle, auch die Teenager. Am Geburtstag der Oma nimmt niemand einen anderen Termin an. Wer Familie als Wert lebt, steckt Zeit in diese Momente, auch wenn sie nicht immer harmonisch sind. Ideen für eure gemeinsamen Werte sammelt der Artikel Familienwerte mit Beispielen.

In Partnerschaft und Freundschaft

In einer Partnerschaft wird es spannend, wenn beide Familie verschieden wichtig nehmen. Für den einen ist der Sonntag bei den Eltern selbstverständlich, für den anderen eine Pflicht, die er mit Mühe absitzt. Darüber zu reden, bevor es kracht, hilft beiden. Ein guter Anfang ist der Wertetest für Paare. Unter Freunden zeigt sich der Wert bei Menschen, die Freundschaften wie Familie behandeln, mit Schlüssel zur Wohnung und festem Platz an Weihnachten.

Im Job

Bei der Arbeit zeigt sich Familie als Wert meist an der Frage, wie viel Platz der Beruf bekommt. Menschen, denen Familie sehr wichtig ist, gehen pünktlich zur Kita, auch wenn das Meeting noch läuft, und lehnen Beförderungen ab, die zu viele Reisen bedeuten. Manche Teams nennen sich selbst eine Familie. Das klingt warm, kann aber auch Druck machen, denn aus einer Familie kündigt man nicht so leicht.

Ein paar Beispiele für gelebte Familie:

  • Du rufst deine Mutter an, auch wenn ihr euch gerade nicht viel zu erzählen habt.
  • Du nimmst einen Umweg in Kauf, um beim Fußballspiel deines Kindes dabei zu sein.
  • Du hältst Kontakt zu Cousins, die du nur einmal im Jahr siehst.
  • Du lädst Freunde zu euren Festen ein, die sonst allein wären.
Die Kehrseite

Wenn Familie kippt

Der Schatten von Familie heißt bei uns Enge. Dann gehört dazu, wer mitmacht, und wer andere Wege geht, wird zum Problem. Erwachsene Kinder trauen sich nicht, einen Umzug anzusprechen, und jede größere Entscheidung wird erst mal mit den Eltern abgestimmt. Aus Halt wird Kontrolle, oft ohne dass es jemand böse meint.

Die zweite Falle ist Schweigen aus Zusammenhalt. In manchen Familien wird über Dinge nicht geredet, damit nach außen alles gut aussieht. Wer dann etwas anspricht, gilt schnell als Nestbeschmutzer. Familie als Wert braucht auch den Mut, unbequeme Sachen auf den Tisch zu bringen.

Woran ich das merke: Wenn ich nach einem Familienfest leer statt voll nach Hause fahre, ist ein ehrliches Gespräch fällig.

Wertestudie, 1.000 Befragte

Was die Studie sagt

#2
von 32 Werten
1,61
Mittelwert (1 = sehr wichtig)
61 %
„sehr wichtig“

Die 1.000 Befragten unserer Wertestudie konnten jeden der 32 Werte von 1 (sehr wichtig) bis 5 (spielt keine Rolle) einstufen. Familie kommt auf einen Mittelwert von 1,61 und damit auf Platz 2. 61 Prozent haben sie als sehr wichtig angekreuzt, nur bei Gesundheit waren es mehr.

Frauen und Männer sehen das gleich, beide setzen Familie auf Platz 2. Spannender sind Alter und Region. Bei den unter 20-Jährigen steht Familie auf Platz 3, zwischen 20 und 59 auf Platz 2, ab 60 rutscht sie auf Platz 5. In Ostdeutschland ist Familie sogar der wichtigste Wert, im Westen steht sie auf Platz 3.

Ist Familie einer deiner Werte?

Nimm die erste Antwort, die dir einfällt:

  • Denkst du bei großen Entscheidungen wie einem Umzug zuerst an die Menschen, die dir nah sind?
  • Fehlt dir etwas, wenn ihr euch länger nicht als Familie gesehen habt?
  • Gibt es Menschen ohne Verwandtschaft, die für dich trotzdem zur Familie gehören?
  • Würdest du für ein Familienfest einen wichtigen anderen Termin absagen?

Zwei oder mehr Ja? Im kostenlosen Wertetest entscheidest du dich immer zwischen zwei Werten, bis dein V-Code feststeht. Am Küchentisch geht das mit Das WERTvollste Spiel der Welt: Ihr spielt Duelle, bis bei jedem acht Werte übrig sind, und könnt vergleichen, wo Familie bei euch landet.

Häufige Fragen

Was bedeutet Familie?

Familie sind die Menschen, die dauerhaft zu dir gehören und füreinander einstehen. Das können Verwandte sein, aber auch selbst gewählte Menschen, die diesen Platz in deinem Leben haben.

Warum ist Familie wichtig?

Familie gibt vielen Menschen Halt und das Gefühl, irgendwo hinzugehören. In unserer Wertestudie ist sie für die Deutschen der zweitwichtigste Wert, in Ostdeutschland sogar der wichtigste.

Warum ist Familie manchmal so anstrengend?

Weil viele Erwartungen und alte Rollen mitlaufen, die selten ausgesprochen werden. Es hilft, wenn ihr offen darüber redet, was jedem in der Familie wichtig ist, zum Beispiel mit einem Wertespiel am Küchentisch.

Ist Familie ein Wert?

Ja. Familie ist ein persönlicher Wert, wenn sie dein Handeln und deine Entscheidungen lenkt. Unter den 32 Werten der Wertestudie kommt sie auf Platz 2. Im Valueverse-Modell ist Familie ein pinker Wert, Wertetyp Beziehung.