Wertebewusstsein: Deine Werte kennen und im Alltag spüren
Von Hendrik Martens
Was ist Wertebewusstsein? Wertebewusstsein heißt: Du weißt, welche Werte dich antreiben, und du merkst im Moment selbst, wenn einer davon berührt wird. Ob du dich ärgerst, zögerst oder dich gerade richtig gut fühlst, dahinter steckt fast immer ein Wert. Wer seine Werte kennt, entscheidet klarer und streitet anders. Hier steht, wie du Wertebewusstsein aufbaust.
Werte kennen und Werte leben sind zwei verschiedene Paar Schuhe
Die meisten können auf Anhieb ein paar Werte nennen. In unserer Studie mit 1.000 Befragten stehen Gesundheit, Familie und Gerechtigkeit ganz oben. Nur: Was man sagt, ist nicht automatisch das, wonach man entscheidet.
Die Organisationspsychologin Tasha Eurich kam 2018 zu dem Ergebnis, dass nur etwa 10 bis 15 % der Menschen wirklich selbstreflektiert sind, obwohl sich die meisten dafür halten. Wertebewusstsein fängt deshalb mit einer ehrlichen Frage an: Welche meiner Werte lebe ich gerade wirklich?
In drei Schritten zu mehr Wertebewusstsein
1. Finde heraus, was dir wichtig ist
Statt eine Liste mit schönen Wörtern zu schreiben, triffst du Entscheidungen. Mit Wertekarten oder dem Wertetest legst du immer zwei Werte nebeneinander und wählst. Am Ende steht dein Wertekompass: dein Lebenswert, deine Core Values und deine Power Values.
2. Merk, wann ein Wert berührt wird
Achte eine Woche lang auf die Momente, in denen du dich richtig ärgerst oder richtig freust. Frag dich dann: Welcher Wert war das gerade? Das, was dich beim anderen ärgert, ist oft das, was du dir selbst nicht erlaubst. Wir nennen das entwertende Übertreibung. Der „unzuverlässige“ Kollege lebt vielleicht einfach Spontanität, und dir ist Zuverlässigkeit wichtig. Mehr dazu in Wertekonflikte erkennen und lösen.
3. Entscheide bewusst nach deinen Werten
Vor der nächsten größeren Entscheidung: Leg deine Werte daneben. Welche Option passt zu deinem Nordstern? Wenn du dir Ziele setzt, häng deine Power Values dran, dann kriegt das eine ganz andere Energie. Und such dir einen Wertebuddy, der ab und zu nachfragt, ohne zu urteilen.
Wertebewusstsein in Beziehungen
Viele Streits in Partnerschaften drehen sich gar nicht um das Thema, über das gestritten wird. Es geht um Geld, um Zeit mit Freunden, um den Urlaub, und darunter liegen zwei verschiedene Werte. Wer die kennt, kann darüber reden, statt sich im Kreis zu drehen. Tipps dafür stehen in Wertearbeit für Paare.
Das Spiel zum Thema
Unser Wertespiel gibt es auch als Limited Edition „Werte.Bewusst.Sein.“. Gleiches Prinzip, allein oder zusammen. Probier's mal aus.
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Häufige Fragen zu Wertebewusstsein
Kann man Wertebewusstsein lernen?
Ja. Es ist Übung. Wer seine Werte einmal geklärt hat und dann ein paar Wochen darauf achtet, wann sie berührt werden, merkt schnell einen Unterschied.
Was ist der Unterschied zwischen Wertebewusstsein und Werteorientierung?
Wertebewusstsein heißt, deine Werte zu kennen und zu spüren. Werteorientierung heißt, dein Handeln danach auszurichten, im Leben, im Job oder als Organisation.
Warum ändern sich Werte?
Weil sich das Leben ändert. Ein neuer Job, Kinder, eine Trennung, das verschiebt, was dir wichtig ist. Deshalb lohnt es sich, ab und zu neu hinzuschauen.
Lass uns die Welt wertvoller machen.
