Von Hendrik Martens

Was bedeutet Werteorientierung? Werteorientierung heißt, dass du dein Handeln an deinen Werten ausrichtest, auch dann, wenn etwas anderes gerade bequemer wäre. Das gilt für dich als Mensch, für Führung in Firmen und für Werteerziehung in der Schule. Hier steht, wie Werteorientierung im Alltag aussieht und wie du sie aufbaust.

Werteorientierung im eigenen Leben

Ziele sagen dir, wo du hinwillst. Werte sagen dir, wie du dahin willst und ob sich das unterwegs richtig anfühlt. Wer nur nach Zielen lebt, hakt viel ab und fragt sich irgendwann, wofür eigentlich. Werteorientiert leben heißt, bei wichtigen Entscheidungen kurz innezuhalten: Passt das zu meinem Nordstern, also zu dem einen Wert, an dem ich mich immer wieder abarbeite?

Dafür musst du deine Werte erstmal kennen. Am besten geht das mit Wertekarten, einen ersten kleinen Eindruck gibt dir vorher der Werte-Schnell-Test. Wie du deinen Beruf daran ausrichtest, steht im Leitfaden für werteorientierte Karriereplanung.

Werteorientierte Führung

Teams richten sich weniger nach dem Organigramm als nach dem, was eine Führungskraft vorlebt. Werteorientierte Führung heißt deshalb erstmal: Die Führungskraft kennt ihre eigenen Werte und spricht offen darüber. Dann weiß jeder im Team, woran er ist, auch in Situationen, die keine Regel abdeckt.

Der zweite Teil ist, die Werte im Team sichtbar zu machen. Wer weiß, dass der Kollegin Sicherheit wichtig ist und dem anderen Veränderung, versteht plötzlich, warum die beiden in jedem Projekt aneinandergeraten. Mehr dazu in Wie werteorientierte Führung Vertrauen stärkt und auf unserer Seite zu Unternehmenswerten.

Werteorientierung in der Gesellschaft: was Deutschland wichtig ist

In unserer Studie mit 1.000 Befragten stehen Gesundheit, Familie und Gerechtigkeit ganz oben. Interessant wird es zwischen den Generationen. Die Jüngeren zwischen 16 und 34 schätzen Freiheit, Abenteuer und Selbstverwirklichung höher ein. Mit dem Alter gewinnen Gerechtigkeit, Sicherheit und Gesundheit deutlich an Bedeutung.

Werteorientierung sieht also nicht bei allen gleich aus. Und das ist auch okay so. Wichtig ist, dass jeder weiß, woran er sich selbst orientiert, und die Werte der anderen nicht gleich als falsch abstempelt.

Werteorientierung in der Schule

Werteerziehung klappt selten mit erhobenem Zeigefinger. Besser läuft es, wenn Kinder und Jugendliche selbst herausfinden, was ihnen wichtig ist, und darüber ins Gespräch kommen. Klassenregeln, die eine Klasse aus ihren eigenen Werten entwickelt, halten deutlich länger als Regeln von oben. Ideen dafür stehen in Klassenregeln mit Wertedialog entwickeln und Unterrichtsmaterial für Werte in der Schule. Für Lehrkräfte gibt's das Coaching Set.

Häufige Fragen zu Werteorientierung

Was ist ein Beispiel für Werteorientierung?

Du bekommst ein Jobangebot mit mehr Geld, aber weniger Zeit für deine Familie. Wenn dir Familie wichtiger ist als Status, sagst du ab, auch wenn das Angebot auf dem Papier besser aussieht. Das ist Werteorientierung.

Was ist der Unterschied zwischen Werteorientierung und Wertebewusstsein?

Wertebewusstsein heißt, deine Werte zu kennen und zu spüren. Werteorientierung heißt, danach zu handeln. Das eine baut aufs andere auf.

Welche Werte gibt es überhaupt?

Eine ganze Menge. In unserer Werteliste stehen über 200 Werte mit Bedeutung, sortiert nach vier Energien.

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